Umsetzung des Inklusionsgedankens; individuelle Förderung

Speziell für die Belange der von Legasthenie oder Dyskalkulie Betroffenen bedeutet eine Umsetzung des Inklusionsgedankens zunächst die Ermittlung des individuellen Förderbedarfs, weil sich die Ausprägung bei den Einzelnen sehr unterschiedlich zeigen. Es gibt also nicht die Legasthenie oder Dyskalkulie – sondern immer nur eine Erscheinungsform. Genauso unterschiedlich sind die Ansätze für ausgleichende Maßnahmen. Bei der Legasthenie hat sich die Erlangung der Schreib- und Lesekompetenz über das Erlernen der Gebärdensprache als erfolgreich erwiesen. In der ehemaligen DDR wurde dieser Ansatz zunächst an den Sprachheilschulen verfolgt und schwer legasthene Kinder in den 1970igern sehr erfolgreich gemeinsam mit Gehörlosen unterrichtet. Das Erlernen der Gebärdensprache erfordert längere Zeit, die Betroffene zusätzlich zum Lernpensum aufbringen müssen. Man hat aus diesem Grund – und sicherlich auch wegen der speziellen Lehrpläne an den Fördereinrichtungen – die von Legasthenie betroffenen Kinder nach der zweiten Klasse aus den „normalen“ Schulen herausgenommen und an den Gehörlosen-Schulen die zweite Jahrgangsstufe wiederholen lassen.

Siehe auch nachfolgender Punkt: Förderung in speziellen LRS-Klassen ausgewählter Grundschulen

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