Mündliche Befragung anstelle einer schriftlichen Leistungsabfrage

Im Gegensatz zur schriftlichen Arbeit kann die mündliche Leistungsabfrage als Dialog geführt werden. Erfahrene Lehrende spielen diesen Vorteil aus. In der Prüfungssituation – und auch sonst – darf es nicht darum gehen, dem Prüfling den Wissensvorsprung des Lehrenden zu beweisen. Voraussetzung für die Führung des Dialogs ist, dass zwischen Prüfenden und Prüfling ein Vertrauensverhältnis besteht. So können unvollständig beantwortete Fragen hinterfragt werden und ein erfahrener Prüfer erkennt, ob eine unvollständige Kommunikation oder fachliches Unverständnis Ursache einer unvollständigen Lösung sind. Für eine mündliche Befragung müssen pro Prüfling 20 bis 30 Minuten eingeplant werden und es muss eine zweckdienliche Räumlichkeit organisiert werden. Für betroffene Schüler kann ein Vieraugengespräch mit einer Lehrperson zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Stresssituation führen. Dafür sieht das Lernumfeld der Betroffenen diese Art des Nachteilausgleichs nicht als Bevorteilung an. Im Hochschulbereich sind mündliche Prüfungen in einigen Fachbereichen weit verbreitet. Trotz der hohen zeitlichen Belastung für die Professoren, besonders bei studentenintensiven Fächern wie Medizin, wird einer praxisnahen Befragung der Studenten der Vorzug gegenüber der anonymen Niederschrift eingeräumt.

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